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Ungesunder Stress

Stress stellt im Grunde eine biomechanische Reaktion des Körpers auf eine Gefahrensituation dar. Lesen Sie jetzt, welche Hormone der Körper dabei ausschüttet, welche Symptome eine chronische Überlastung anzeigen und wie wichtig Entspannung für Ihren Körper ist.


Gratwanderung: wenn die Belastung zu viel wird

Kampf und Flucht sind die natürlichen Mechanismen, die seit Jahrtausenden im Menschen abgespeichert sind. Daher unterscheiden wir in der Medizin zwei Arten: Eustress und Disstress.


Den „positiven“ Eustress erfahren wir z. B. als Anspannung bei einem sportlichen Wettkampf oder der Geburt eines Kindes. Wir sprechen dann vom „einschießenden Adrenalin“. Er zeichnet sich durch seine Kurzfristigkeit aus. Der Körper zeigt sich leistungsfähiger, die Belastungs-Situationen sind bewältigbar. In der Erholungsphase regeneriert der Körper.


„Negativer“ Disstress entsteht beispielsweise bei lang andauernder Belastung im familiären und beruflichen Umfeld sowie bei persönlichen Zukunftsängsten. Er resultiert in einer langfristigen, kaum bewältigbaren Belastungs-Situation, die als äußerst negativ empfunden wird. Die dauerhafte Überforderung und der Mangel an Entspannungs-Phasen kann nach einer gewissen Zeit in einer totalen Erschöpfungsreaktion des Körpers, einem Burnout, enden.


Stresshormone: Adrenalin und Cortisol

Stress bezeichnet im Grunde genommen ein Ungleichgewicht zwischen einer äußeren Anforderung und der Möglichkeit zur Bewältigung. Der menschliche Körper reagiert auf belastende Situationen und geht in einen Alarmzustand. Der Körper schüttet die Hormone Adrenalin und Cortisol aus.


Der Sympathikus wird aktiviert, um dem Körper kurzfristig und schnell Energie für die zu bewältigende Aufgabe bereitzustellen. Genau genommen aktiviert sich im Körper die Sympathikus-Nebennierenmark-Achse. Unter anderem wird das Hormon Adrenalin ausgeschüttet. Dies führt zu einer erhöhten Herz- und Atemfrequenz. Die Atmung und Durchblutung steigt, Zucker gelangt ins Blut und die Schmerzschwelle sinkt.



Bei länger anhaltenden Belastungs-Situationen wird eine zweite Stressachse, die Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse aktiviert. Es folgt die Ausschüttung des Hormons Cortisol. Dieses verantwortet die Aktivierung des Stoffwechsels, die vermehrte Bereitstellung von Blutzucker, das Hemmen von Schmerz- und Entzündungsreaktionen und der Immunabwehr.


Die kurzfristige Aktivierung der beiden Achsen stellt einen normalen Vorgang im menschlichen Körper da. Erst bei einer dauerhaften Belastung kommt es zu einer längerfristigen Aktivierung beider Achsen. Dies hat negative Auswirkungen auf Körper und Psyche.


Chronische Überbelastung: Symptome erkennen

Chronischer Stress führt zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen, die sich sowohl körperlich als auch psychisch manifestieren. Der eigene Körper gibt immer wieder Warnhinweise darauf, wie es um das persönliche Level steht. Das Erkennen dieser Hinweise ist der erste Schritt zur Burnout-Prophylaxe.


Prüfen Sie, ob Sie unter den folgenden Symptomen leiden. Jeder Mensch kann unterschiedlich viele dieser Anzeichen kompensieren, bevor es zu dauerhaften Schädigungen kommt:

  • innere Unruhe

  • Ein- und Durchschlafstörungen

  • Verspannungen im Kopf-, Nacken- oder Rückenbereich

  • vermehrte Müdigkeit

  • Konzentrationsschwäche

  • Tinnitus

  • geringe Reizschwelle

  • erhöhter Blutdruck

  • Verdauungsprobleme

  • Appetitlosigkeit

  • Depression und Lustlosigkeit

Chronische Überlastung hat außerdem negative Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung, das Immunsystem, den Hormonhaushalt, die Haut und Muskulatur sowie das gesamte psychische und emotionale Gleichgewicht.


Den Körper bewusst entspannen

Prinzipiell ist körperlicher Stress eine natürliche Reaktion auf eine Alarmsituation und führt zu einer kurzfristigen Leistungssteigerung. Erst wenn die Erholungsphasen ausbleiben, entsteht ein dauerhafter, physischer Alarmzustand. Dieser kann sich zu einer ernstzunehmenden Erkrankung entwickeln. Entspannen Sie daher Ihren Körper bewusst und bringen Sie ihn in einen Ruhezustand. Denn damit

  • senken Sie Ihren Blutdruck

  • bauen Sie Stresshormone ab

  • normalisieren Sie Ihren Blutzucker

  • kommen Sie zur inneren Ruhe und Stabilität

  • schärfen Sie Ihre Konzentration

  • schlafen Sie tiefer und fester

  • haben Sie mehr Kraft für Aktivitäten

Um den Körper wieder zur Ruhe zu bringen und einem drohenden Burnout zu entfliehen, haben Sie im Alltag allerhand Möglichkeiten, Ihr Leben entspannter zu gestalten. Lesen Sie dazu die fünf Tipps zur Burnout-Prophylaxe.

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